Saturday, August 26, 2006

So, eine Woche nähert sich dem Ende und ich dachte Mal – auch weil ich grade viel Zeit habe und immer noch auf Adrenalin bin, dass ich ein paar Zeilen schreibe.
Also, was ist passiert depuis je suis arrivé à Paris. Zuerst einmal bin ich mit dem Zug am Gare de l’est angekommen und habe dann meinen über einen Meter hohen Koffer einen Reiserucksack, eine schwere Schultertasche und einen Laptop zum Gare du Nord (theoretisch fünf Minuten. Praktisch starke, durch Treppen unterstützte hohe Höhenunterschiede) geschleppt. Als ich dort im eigenen Schweiße stand dachte ich mir als angehender Französischkönner gleich Mal ohne Schalter auszukommen und meine Tickets nach Pontoise am Automaten zu kaufen. Alles funktionierte so schön, bis ich begriff, dass man kein Papiergeld hineinschieben konnte. Also hieß es zum Schalter zurück, hinter jemandem angestellt die auf Grund ihrer schweren Knochen ähnlich Ausdünstungen wie ich hatte. Nachdem sich das ungleiche Paar geruchlich getrennt hatte, konnte ich dann mit Karte in der Hand zur Schranke marschieren. Dort dann auch erst mal frisch, fromm, fröhlich reingeschoben, bis mir bewusst wurde, dass ich all mein Zeug durch eine Stahlschranke von einem halben Meter Breite (am zweiten Tag fiel mir dann auf, dass es 10 Meter weiter noch eine Schranke für schwerbeladene gab – 2 Meter breit) schieben musste. In Windeseile schob ich also alles vor mir her, verwurschtelte mich in meinem eigenen Zeug und landete mehr fallend als laufend auf der anderen Seite. Auf der anderen Seite fiel mir dann auf, wie alle anderen Fahrwilligen ihr Ticket wieder aus dem Automaten rauszogen und ich verbrachte den Rest der Reise damit mir zu überlegen, wie ich denn durch die Schranken in Pontoise kommen würde. Aber so schnell bin ich noch nicht, erst einmal musste ich ja noch herausfinden welchen Zug ich nehmen musste. Dass ich richtig war, wusste ich anhand der präzisen Anweisungen des Ticketverkäufers („là-bas“) aber die Linie H konnte ich nicht ausfindigmachen, bis mir eine grantige Informationsangestellte mitteilte, dass ich die „trente-quatre“ nehmen müsse, von der natürlich nichts auf dem Plan stand.
Glücklicherweise fuhr die dann auch drei Minuten später ab, dass frustriertes Bahnsteigwarten und dämliche Blicke, wie in Mannheim, auf Grund meines Packeselaussehens mir erspart blieben. Eine halbe Std. später rief ich dann Anita an, welche mich vom g âre abholen wollte. Das erste allerdings was ihr einfiel war, dass sie von der Station an welcher ich gerade stand noch nie etwas gehört hatte. Nun gut, zweifelnd ob ich doch den richtigen Zug genommen hatte, kam ich dann doch in Pontoise an und fand glücklicherweise eine offene Seitentür vor, welche mir schwache Erklärungsversuche bezüglich des vergessenen billets ersparte. Dort wurde ich von Pierre, dem Sohn von Anita welchen ich zuerst für den anderen Sohn Henri hielt, abgeholt und zur Unterkunft gebracht. Dort angekommen gab es eine warme Begrüßung und ein leckeres Abendessen mit viel Baguette und beaucoup de frômage. Außer den bisweilen Benannten, war noch Francoise, der Mann von Anita, und Pierres Freundin, eine Dänin, mit der ich als Ankerpunkt wenigstens Englisch sprechen konnte, anwesend.
Jap soweit so gut, den nächsten Tag verbrachte ich mit aklimatisieren und „Chinesisch“ dechiffrieren und essen.
Am Dritten Tag begab ich mich dann nach Paris um vom Gare du Nord über die Notre Dame zum Eiffelturm zu laufen, was mir auch ohne Probleme gelang. Bilder hierzu gibt es im Studiverzeichnis (www.studivz.net) ebenso wie Kommentare.

Viel ist bis heute allerdings noch nicht passiert. Gestern abend allerdings ist die Familie zu einer Hochzeit aufgebrochen und ließ mich mit dem Haus alleine zurück. Ein schwerer Fehler wie sich herausstellen sollte. Die mir erklärte Alarmanlage mochte mich nämlich nicht sonderlich. Obwohl ich den Code richtig eingegeben hatte, ertönte sie in fröhlichen Tönen gleich zwei Mal mit ca. einer Std. Unterschied. Schnell gab ich den Code zum Aufhören ein, aber die Direktleitung zu den Freunden auf der Hochzeit stand über die Lautsprecher sofort. Man erklärte mir, dass ich – wovon ich ausgegangen war, dass es schon geschehen war – dass alle Türen und Fenster verriegelt hätten sein müssen. Nun begann die Tour durch den Keller um das Haus auf der Suche nach offen Stellen, die ich bis jetzt nicht gefunden habe. Demzufolge bin ich wohl oder übel erst einmal an das Haus gefesselt. Kurzspaziergänge sind möglich, aber das war’s dann auch.
Zu meinem Heutigen Tag hinzu kommt, dass ich heute morgen – zugegeben ohne Alarmanlage – shoppen war und versucht habe einen Konverter für die Steckdose zu kaufen. Nach 45 Min. Fußmarsch war ich dann erfreut einen solchen gefunden zu haben, nur um dann zu Hause festzustellen, dass ich keinen Englischen sondern einen Thailändischen ?!?!? gebraucht hätte. In der Hoffnung, dass dies ein Amerikanischer ist, werde ich am Montag wohl noch mal losdackeln und bis dahin nicht Drucken können, aber naja… jetzt werde ich mir erst einmal ein 0,25 Heineken (lächerliche Füllmenge) gönnen und versuchen mein Nichtstun mit einem Französischfilm, welchen ich nicht verstehe abzuschließen oder versuchen diese Formularflut der französischen Uni, welche ich nicht begreife (Warum muss ich bei denen eine Sozialversicherung kaufen? Reicht meine Deutsche nicht aus? Warum bekomme ich das Studiengebührenformular zugeschickt, wenn ich doch eigentlich keine zahlen muss ?!?!)…