Monday, September 25, 2006


Ja und natürlich war ich auch anderweitig unterwegs.
Habe mich gestern mit Meggie zum "Kulturdate" getroffen sprich: Rodin Museum anschauen. Und um eines schon vorwegzunehmen, es war toll!
Waren zwar nur wenige Skizzen und Zeichnungen zu sehen, so überwältigten doch die Skulpturen das ungeschulte Auge. Welche Formen und Windungen er den Steinen entnahm ist unglaublich. Man steht davor und wünscht sich anfassen zu dürfen: Dem Centaur über den Rücken zu fahren - genau wo der Übergang, die Zerreißprobe, zwischen menschlichem Wesen und Pferdekörper liegt; Balzac's Kugelbauch befühlen oder einfach nur für einen Moment das vor einem meterhoch sich auftürmende Bild in das Licht der realen Geschehnisse sich setzen zu sehen... wenn sich der Denker vertiefend den Arm auf den Oberschenkel legt, durch den anderen legère umwunden, möchte man den tiefen Gedankengrund erkunden dürfen und in ebensolch versunkener Pose neben dem denkenden Koloss verharren. War im Hause die
Bewegung, die muskelsprotzende Kraft der sich windenden Skulpturen einer majestätischen Unordnung gleich das dominierende Prinzip, so zeugte die Ordnung des Gartens von gegenteiligem. Absolutistische Linientreue durchbrochen nur von dem widerlich lilanen Festzelt. Eine Blasphemie wider der sonst göttlichen Selbstverherrlichung.(...)
Nachher waren wir noch mehre Stunden den Englisch bookshop (Shakespeare and friends) suchen und ich habe versehentlich - damals als ich diesen Text schrieb - die Hälfte gelöscht. So it goes...