Monday, September 25, 2006


Ja und natürlich war ich auch anderweitig unterwegs.
Habe mich gestern mit Meggie zum "Kulturdate" getroffen sprich: Rodin Museum anschauen. Und um eines schon vorwegzunehmen, es war toll!
Waren zwar nur wenige Skizzen und Zeichnungen zu sehen, so überwältigten doch die Skulpturen das ungeschulte Auge. Welche Formen und Windungen er den Steinen entnahm ist unglaublich. Man steht davor und wünscht sich anfassen zu dürfen: Dem Centaur über den Rücken zu fahren - genau wo der Übergang, die Zerreißprobe, zwischen menschlichem Wesen und Pferdekörper liegt; Balzac's Kugelbauch befühlen oder einfach nur für einen Moment das vor einem meterhoch sich auftürmende Bild in das Licht der realen Geschehnisse sich setzen zu sehen... wenn sich der Denker vertiefend den Arm auf den Oberschenkel legt, durch den anderen legère umwunden, möchte man den tiefen Gedankengrund erkunden dürfen und in ebensolch versunkener Pose neben dem denkenden Koloss verharren. War im Hause die
Bewegung, die muskelsprotzende Kraft der sich windenden Skulpturen einer majestätischen Unordnung gleich das dominierende Prinzip, so zeugte die Ordnung des Gartens von gegenteiligem. Absolutistische Linientreue durchbrochen nur von dem widerlich lilanen Festzelt. Eine Blasphemie wider der sonst göttlichen Selbstverherrlichung.(...)
Nachher waren wir noch mehre Stunden den Englisch bookshop (Shakespeare and friends) suchen und ich habe versehentlich - damals als ich diesen Text schrieb - die Hälfte gelöscht. So it goes...
Sunday, September 24, 2006
War gestern - wie immer - in Paris und habe Shakespeare and Company ausgemacht und natürlich auch gleich ein Buch gekauft. Das nette kleine Hardcover wurde in den Jahren 1922-1925 von Henry Louis Mencken (1880-1956) geschrieben und läuft unter dem Titel: "Selected Prejudices". Hieraus möchte ich nun zitieren:
"§9 Women as Realpolitiker
Women in general are far too cynical to have any respect for so-called ideas. One seldom hears of them suffering and dying for any of the bogus Great Truths that men believe in. When a woman is on good terms wit her husband she is quite willing to accept his ideotic theorizings of any subject that happens to engage him, whether theological, economic, epistemological, or political. When on hears of a Conservative man who has a Lberal wife, of vice versa, it is always safe to assume that she has her eye on a handsomer, richer, or more docile fellow, and is thinking of calling on a solicitor"
Danke Gott für diesen Menschen.
"Für jedes Problem gibt es eine Lösung die klar, einleuchtend und plausibel ist - und falsch " ebd.
"§9 Women as Realpolitiker
Women in general are far too cynical to have any respect for so-called ideas. One seldom hears of them suffering and dying for any of the bogus Great Truths that men believe in. When a woman is on good terms wit her husband she is quite willing to accept his ideotic theorizings of any subject that happens to engage him, whether theological, economic, epistemological, or political. When on hears of a Conservative man who has a Lberal wife, of vice versa, it is always safe to assume that she has her eye on a handsomer, richer, or more docile fellow, and is thinking of calling on a solicitor"
Danke Gott für diesen Menschen.
"Für jedes Problem gibt es eine Lösung die klar, einleuchtend und plausibel ist - und falsch " ebd.
Wednesday, September 20, 2006
Saturday, September 16, 2006


Ja, heute (ich schreibe mal als würde ich mich in die Zeit zurückversetzen können), war der Tag der offenen Pariser. Jeder Fitzelschuppen hatte heute seine Türen geöffnet und Jonas, später Willy und ich sind ein bisschen auf Wohnungssuche gegangen. Dummerweise - wie das bei Pariser Wohnungssuchen so üblich ist - waren bei vielen Zimmern schon ein paar vor uns da.
Zuerst nahmen wor Kurs auf das Hôtel Marigny. Die Räumlichkeiten hier waren durchaus akzeptabel. Allerdings war es mir ein wenig zu vergoldet und weder Jonas noch ich konnten uns damit anfreunden, dass in dem Haus für hohe ausländische Staatsgäste Menschen wie Spendenhelmut die Matrazen plattgelegen haben.
Die zweite Wohnung war dann das Außenministerium Auch ein ganz netter Anblick, allerdings fand ich die Bilder von Chirac leicht verstörend und das Arbeitszimmer war mir auch einfach ein bisschen zu einsam...


Also haben wir uns auf Posen beschränkt, den ehrwürdigen Saal angeschaut in dem die EGKS festgemacht wurde und sind wieder abgedampft um an einer zu langen Schlange vor der russischen Botschaft zu enden ("Das ist nicht die russische Botschaft" "Doch, siehst doch die Flagge" "Das ist die Holändische" "Ja?" "Aber die Russische muss hier doch auch irgendwo sein" Da bei der langen Schlange?" "Ah ja...")
Also haben wir uns noch auf ne Wiese gepflanzt (natürlich nicht um zwischenzeitlich noch sinnloserweise, an einem Samstag Falafel, im jüdischen Viertel
zu suchen) mit Baguette und Wein und dann überlegt nochmal irgendwohin aufzubrechen...
Während wir so tappten und auf Antworten warteten fiel uns das StudiVZ-Treffen auf der Pont des Arts ein und da haben wir dann auch vorbeigeschaut. Die Gruppe war Recht groß und wurde relativ frühzeitig von dummschwätzenden Hessen (ausnahmsweise mal nicht ich) durchtränkt: "Mit meinen Titten komme ich immer rein" (Das müssen sich die Männer auch denken...) allerdings war es im Ganzen gesehen doch recht lustig. Um 12 bin ich dann relativ betrunken nach Hause gefahren und das war's dann auch schon....
Friday, September 15, 2006

Am Freitag abend, bin ich nach ein paar Stunden Sprachkurs am Morgen wieder nach Pontoise zu fahren um mir endlich meine "Carte Bleue" abzuholen. die übliche Antwort "semaine prochaine" führte dazu, dass ich nach drei Wochen Warten doch etwas ungehalten wurde aber letzlich zähneknirschend die Bank verlassen musste - "rien n'allait plus". Abends dann fuhr ich wieder in die Stadt um mir mit Nora das Feuerwerk an "La Defense" anzuschauen. Da sich das ganze hingezogen hatte und wir noch was essen wollten entschieden wir uns letztlich doch zum losfahren und Essen erst mal warten lassen. Ich meinte, dass wir es wahrscheinlich wie bei allen Dingen, die man aus Bequemlichkeit lieber sein lassen möchte, es im Nachhinein bereuen würde. Das Feuerwerk gab dem Recht. Zwar ist der Ausschnitt hier ein bisschen "lame" aber der Teil des italienischen und danach des franz. Pyromanen waren phantastisch. Jonas (ein Jenaer Erasmi) stieß dann auch noch hinzu. Einziger Wehrmutstropfen war, dass man ab und an abbrechen musste, damit der starke Rauch Abziehen konnte und die hinteren wieder etwas sehen konnten. Ansonsten kamen wir noch ein wenig zum Quatschen und Essen :)
Tuesday, September 12, 2006
5 Std. Französisch, müde, langer Heimweg aber endlich wieder Arbeit - Gute Nacht!
Sunday, September 10, 2006
Die Parole war: Früh aufstehen. Da Pierre seinen Flieger zu einem Sprachkurs in Dublin bekommen musste und außer mir niemand mit Führerschein im Haus war, vollzog ich dergleichen Sonntag morgen. Um acht fuhren wir in Pontoise los um zum Charle de Gaulle- Flughafen zu kommen. Baustellen, Kreisverkehr, Servolenkung (unser Bensheimer-Twingo hat keine) und Geschwindigkeitsbegrenzungen von 90 Km/h außerhalb und 110 Km/h auf der autoroute machten mir zuerst das Leben schwer aber auf der Rückfahrt, hatte ich mich dann auch daran gewöhnt. Der Clio fährt sich eben auch nicht groß anders als der Twingo. Der Flughafen "de Gaulle" - zumindest der Bereich 1 - ist ein häßlicher Betonklotz, mit recht niedrigen Decken, viel zu vielen Menschen und verwirrenden Wegbeschreibungen. Es brauchte uns schon einige Zeit um den richtigen Check-In (unten tief im Keller) zu finden und Pierre sicher durch den "Point of no return" zu bringen.Am Nachmittag habe ich mich dann mit Nora auf ein Park-Picknick getroffen. Da mir allerdings zu viele Leute um Sacré Coeur rumspringen, konnte ich Nora dazu zu bewegen, dass wir ein weniger touristisches Plätzchen aufsuchen würden. Der wunderschöne Parc des Buttes Chaumont war dann zwar ebenso überfüllt aber eben weniger mit Knippswütigen, als mit Einheimischen, die das wunderbare Wetter genossen.
Wie es sich für Frankreich gehört haben wir Baguette mit Käse, Thunfisch-Riellette gegessen, dazu einen Salat, Tee und Cidre. Nach einer ausgedehnten Ruhepause haben wir uns noch den Park angeschaut, in dessen Mitte ein See positioniert ist, welcher eine hochangelegte Insel beherbergt, die einen schönen Blick auf die Umgebung bietet. Allerdings war der Aufstieg mit Mückenschlucken verbunden welcher wir dann mit dem "letzten Softeis" (Verkäufer) vertrieben wurden.
Danach haben wir uns dann noch ein Weinchen geholt, Fight-Club geschaut und ich konnte es mir nicht nehmen lassen ein wenig Spannung zu erzeugen, indem ich Rotwein über ihren Teppich lehrte. Es scheint so, dass des öfteren wenn wir aufeinandertreffen, ein Haufen Salz im Spiel ist (Ich denke da an die FSR-Weihnachtsfeier bei Dominik ;)).
Mit dem ausprobieren einer neuen Heimroute über Cergy-Pontoise war ich dann auch tatsächlich 1:45 Std. später zu Hause, was für nachts gar keine schlechte Zeit war.
Friday, September 08, 2006
"Hell leuchtend durchsticht der Mond das dunkel der Nacht. unter ihm im fahlen Licht der Straßenlaterne schleppt sich eine gebückte Gestalt mühsam den Hang hinauf. Es muss wohl gegen halb vier Uhr morgens sein, denn am Horinzont kündigen schon die ersten Strahlen das Aufkommen der Sonne heran... Schnaufend und Erschöpft hat der einsame Wanderer sein Ziel erreicht. Leicht knarzt der Schlüssel im Türschloss und eröffnen nur noch wenige Meter bis zum wärmenden Bett... Endlich da!"Mal wieder ein paar kurze Worte, bevor ich wieder in den Zug springe um Paris zu erreichen.
Paris ist toll und eine schöne Erfahrung aber: Ich komme mir gehetzt vor. Grund hierfür sind die ewigen Heimfahrten mit dem Bus, welche sehr an meinen Kräften zehren. Tagsüber ist man innerhalb von 50 Minuten in der Stadt, was jetzt zwar kein Katzensprung ist aber durchaus akzeptabel ist. Nachts jedoch brauche ich ab halb 10 mindestens 1 1/2 Std heim.
Entweder nehme ich die stündlich fahrenden Nachtbusse, welche zwar nur 40 Minuten brauchen, aber das Hinkommen zum Abfahrtsort ein Akt ist oder ich springe auf den letzten Zug um 0:50, welcher allerdings in Earmont-Eaubonne auf den ewig tuckernden Bus wechselt (natürlich nur für die nächsten zwei Wochen.. .grmpf) und bin dann um halb drei zu Hause. Von dort sind es jetzt nach mehrmaliger Streckenänderung 20 Minuten heim - den Berg rauf.
Ich bin zwar gerade auf der Suche nach einer Wohnung aber all die Dinge, welche von einem verlangt werden sind unmenschlich. Gut, ich kann verstehen, dass die Leute eine Garantie haben wollen - wobei in Deutschland einfach geklagt wird als sich 2000fach abzusichern - aber warum gerade von Französischen Mitbürgern? Dann noch zumeist eine Kaution der nächsten zwei Monatsmieten, etc pp. und das alles für schlichte 9-13 m². Irgendwie klappt das denke ich auch (Garantien sind natürlich kein Problem) aber Form, etc. pp. muss ich noch hinbekommen und das dauert alles zeitlich.
Im Prinzip kann ich mit dem Zeug alles leben aber es nervt doch ein wenig, wenn man anstatt um elf mit der Flasche Wein in der Hand zum Eiffelturm, den Bus nach Hause nehmen muss. Gerade, wenn um neun die Uni losgeht muss ich mich um 6 Uhr aus den Federn quälen.
Zuträglich ist das viele Zugfahren nur für mein Lesepensum. Ich bin mit mehreren Büchern schon gut vorangekommen und gewöhne mich auch langsam wieder an das längere Arbeiten. Trotzdem hat man immer dieses mulmige Gefühl in der Bauchgegend nie zur Ruhe kommen zu können, weil man ständig "bald los" muss.
Ansonsten ging die stage d'integration Montag los, neben diversen Einführungsveranstaltungen auf Französisch und eine Uniführung habe ich mittlerweile das einzige mir besorgt, wofür ich keine Vorarbeit leisten musste: Die Studierendenkarte (was mir Zugang zur Mensa und der Bibliothek verschafft). Handykarte würde ich gerne über einen Vertrag lösen, was momentan die Kommunikation hier ebenso problematisch macht. Ab nächsten Dienstag habe ich dann meine Bankkarte und kann dann selbiges endlich in Angriff nehmen. das positive an Handyverträgen ist, dass sobald man das Land verlässt der Vertrag annuliert wird. Demzufolge bekommt man relativ billig ein Handy und gute Konditionen für eine geringe Vertragslaufzeit...
Grundsätzlich fühle ich mich - wie die meisten anderen ehemaligen Leipziger Erasmi auch immer berichten - sehr alt. Die meisten hier sind weitaus jünger als ich und noch in dieser überschwänglichen Partymanier (TV-Club-Stil zu höheren Preisen), welche mich doch stark noch abschreckt (was allerdings auch an dem schwierigen Heimkommen liegen kann). Mittwoch war eine BDE-Party (Stud. Partyorganisation) welche nicht nur teuer sondern auch ziemlich affig war: Sakko, Goldkettchen und weites offenes Hemd mit der 40 € Wodkaflasche in der Hand - das ist einfach nicht meine Welt ;). Ich bin mal gespannt inwiefern sich das verändert, wenn ich meine Franzkurse habe, da hier ja schon nach Master separiert wird.
Wie auch immer: über dem negativen Ton liegt die Erschöpfung, welche den geruhsamen vorherigen Wochen diametral entgegenstechen. Man muss sich an alles gewöhnen und ich freue mich auf meine Kurse. Nette Menschen habe ich bisweilen auch schon kennengelernt und dorthin werde ich mich jetzt erneut begeben. Mir geht es gut - wenn nicht ausgezeichnet - ich klage als verwöhnter Deutscher auf hohem Niveau - Aber das haben Nörgler so an sich ;)
Saturday, September 02, 2006
Wünsch mir Glück in der neuen Welt
zum Abenteuer gehört das Zweifeln
kommt es zumeist zur falsche Zeit
könnt ich es doch verteufeln
weiß ich doch, dass es dort gefällt
zum Abenteuer gehört das Zweifeln
kommt es zumeist zur falsche Zeit
könnt ich es doch verteufeln
weiß ich doch, dass es dort gefällt


