Thursday, August 31, 2006

 


Sodalla, heute mal wieder ein paar sinnvolle Worte, nachdem ich mich gestern damit gebrüstet habe die Welt zu verstehen. Manchmal braucht man ja diese kleinen Ausraster um de wunderbare Einfachheit der Normalität zu ertragen.

Viel ist heute nicht passiert. Ich bin viel zu früh aufgestanden obwohl mein "W$§)§§- Wecker sich weigert zu klingeln. Habe festgestellt, dass es zu wenig Baguette - ich muss ständig an den Ossi-Witz denken, Schande - gab und die Gelegenheit genutzt mir noch ein Croissant für den gerade so trinkbaren 100% NES (Nescafe) zu besorgen.

Allerdings wurde der Einkauf ein bisschen dadurch erschwert, dass die Verkäuferin erst nicht wusste, was ich haben wollte. Nachdem ich am Vortag nach einem "grand baguette" gefragt hatte, tat ich selbiges wieder, wollte allerdings das nebendran stehende (Ja, Baguettes stehen) unglücklicherweise verstand sie mich erst nach mehrmaligen Anläufen und erklärte mir dann vorwurfsvoll, dass dies doch ein "pain" sei. Aha: Der einzige Unterschied war, dass man diese mal kurz in Mehr gewendet hatte.

Die spinnen die Froschfresser.
Damit aber nicht genug: Weiter ging es nach dem Frühstück zur anspruchsvollen Aufgabe der Bankeröffnung. Nun, ich gebe zu, dass in einem Vorort wahrscheinlich nicht tagtäglich ein deutscher Student reinschneit und ein Konto eröffnen möchte aber man braucht zumindest mal nicht uninformiert sinnlose Scheisse von sich geben. Sitzt mir doch da ein Kelly-Bundy-Format gegenüber, welche mir kaugummikauend erklärte, dass dies wohl nicht möglich sei. Die Stimme aus dem Off wusste es natürlich besser und eine weitaus intelligenter wirkende Filiandame verwies sie auf Formulare in einem Schrank hinter ihr. Während sich also - wohlgemerkt in einer Bank - Kelly Bundy bückte und ihr blauer Stringtanga durch das leichte weiß ihres Rockes schien, machte ich mich schon auf den nächsten Schlag gefasst. Ich gebe zu französisch verstehe ich nur begrenzt - um nicht zu sagen kaum - aber selbst ich begreife, dass jemand einen so verarteten Akkzent hat, dass selbst ein Sachse nebendran Hochdeutsch könnte. Wie auch immer: 10 Minuten später war ich wieder draußen mit einem Termin für den nächsten Tag, einer Liste der Dinge, welche ich mitzubringen hatte und einem schönen Infoprospekt, welchen ihr die nette Kollegin von dem unübersehbaren Stapel auf der Ablage des Schränkchens in die Hand drückte, nachdem acht Minuten in dem Schrank suchen zu keinem nennenswerten Ergebnis geführt hatten, außer dass sie nochmal aller Welt ihre neue Unterwäsche vorgeführt hatte.

Nachdem ich dies hinter mir hatte, wollte ich meinen kleinen, für heute geplanten, Parisausflug antreten. Nach einem kleinen Zwischenstop zu Hause marschierte ich zum 15 Minuten entfernten Bahnhof um mir eine Monatskarte zu kaufen. Im Gegensatz zum letzten Mal, bei welchem ich mich noch nicht einmal hinreichend verständlich machen konnte, dass man mir Auskunft über die nächstfahrende U-Bahn gab und ich somit den Zug nehmen musste, lief diesmal alles glatt. 101,30 € legte ich auf den Tisch und erhielt meine kleine unauffällige Monatskarte "carte d'orange". Ein kurzer Blick auf die Zugfahrpläne - ui, noch eine Minute, bis zum Zug nach Paris ("C", die ich beim nächsten Mal wg. Sprachschwierigkeiten nicht bekommen hatte), Karte in den Automaten geschoben und gegen die Barriere gedrückt... autsch. Außer blauen Flecken, kein durchkommen.

Erstaunt erklärte mir dann ein herbeigeilter Bahnangestellter, dass ich die Karte doch erst ab September benutzen könne, da sie eine Monatskarte sei. Aha, sagte ich mir - dachte "Arschloch" und ging wieder. 10 € für einen Tag lege ich nicht nocheinmal hin, schon gar nicht für so einen - ach ihr wisst schon.

Nach eineml entspannten prallgesonnten Heimweg den Berg hinaus, setzte ich meine Fach-Lektüre fort um dann kurz darauf auf der Terasse einzuschlafen. Da liege ich jetzt geistig immer noch...
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